Hundewunsch

 

Wünschst du dir einmal ein Hündchen,
denk' gut vorher drüber nach!
Du sollst immer für es da sein,
jeden Tag und manches Jahr.

Es gibt nicht nur frohe Stunden,
manchmal fordert´s auch Verzicht.
Jeden Tag möcht's deine Liebe,
sieh's doch mal aus seiner Sicht.

Es will sich Dir anvertrauen,
dich beschützen bei Gefahr.
Will sein ganzes Herz dir geben
und dies viele, lange Jahr'.

Leider bist du nicht so stetig,
hast geändert deinen Sinn.
Schiebst den Kleinen ab ins Tierheim
kein Gedanke wandert hin.

Hast dem Tier das Herz gebrochen,
es versteht die Welt nicht mehr,
war´s doch immer brav und artig
doch du kommst nie wieder her.

Traurig denkt´s an schön're Stunden
als du spieltest noch mit ihm.
Doch du hast ihn längst vergessen
zu andern Dingen zieht's dich hin.

Darum mache Dir Gedanken!
Hol' nicht leichtfertig ein Tier!
Nur wenn du willst zu ihm halten,
denn es hält ja auch zu dir.

 

(Christina Telker)

Vergessen

Man hat mich gesehen
und kaufte mich prompt,
denn ich bin ein Hund,der vom Züchter kommt.
Und wird es nicht allenthalben empfohlen,man soll gute
Hunde beim Züchter holen?
Und alle Erwartungen trafen ein:
Ich bin lieb und hübschund kann auch folgsam sein.

und mich hat man am Strand draußen aufgelesen,
da bin ich seit Monaten schon gewesen.
Man hat mich getreten,geprügelt,
es gab nichts zu fressen,
dann stieß man mich weg
und hat mich einfach vergessen.
Ich bin alt nun und krank,mein Herz tut so weh.
Hab nur gelernt,dass ich gar nichts versteh.

Und ich wurde in einer Tonne geboren,
meine Finder gaben mich schon verloren.
Meine rechtes Ohr hängt,das linke blieb stehen,
und auf einem Augekann ich nicht sehen.
Ich liebe die Menschenund weiß nicht warum.
Sie finden mich hässlich,mickrig und dumm.

Ihr seht, ich bin hübsch und mein Fell ist glatt.
Man pflegte mich gut in der großen Spanischen Stadt.
Sie haben mich sogar angezogen,
operiert und die Ohren hochgebogen.
Dann wurde ich an einen Baum gebunden,
dort hat mich nach Tagen jemand gefunden.

Und du? Wer bist du?
Du hast bis jetzt noch nicht gesprochen.
Hast bis jetzt mit der Nase
nur am Gitter gerochen.
Wenn sie kommen um einen auszusuchen,
verschmähst du all ihre Hundekuchen.


Eine Hauch der Stille tritt ein.
Niemand sagt ein Wort.
Der Blick des Gefragten driftet weit fort.
Sein Kopf ist erhoben, die Schultern gestrafft,
der Körper ist mager trotz vieler Prügel
und strozt doch vor Kraft.

 

 

Dann dreht er sich um, sein Schwanz fächelt leicht -
den heißen Wind, der von Süden herüberstreicht.

Der Blick seiner blauen Huskyaugen
scheint sich am Fragenden festzusaugen.
Verstehst du nicht, flüstert er in den Wind,
daß wir nur eine Laune der Menschen sind?

In dieser Sekunde sind wir schon verloren,
denn es werden tausend Welpen geboren.
Wir sind viel zu viele, das ist der Betrug,
denn Menschen bekommen niemals genug!
Sie wissen es alle, doch die endlose Flut
immer neuer Hunde gefällt ihnen gut.
Die endlosen Züge der Überschußfracht
sind in der Perrera (Tötungsstation) ja wunderbar
untergebracht.

Sanft hebt er die Schnauze, setzt an zum Gesang.
Ein klagender Ton zieht die Perrera entlang.
Eine Türe schlägt zu, und dann schweigt er still,
weil das, was jeder weiß, niemand wissen will.
Dann legt er sich nieder, bettet ruhig sein Haupt.
Oh ja, es sind viele!
Viel mehr, als man glaubt..!
Nach 21 Tagen kam einer herein,
rammte ihm eine Spritze ins linke Bein,
den Schmerz davon vernahm er kaum ,
er war jetzt in einem nie endenden Traum!
Sein Kadaver wurde mit anderen verbrannt ,
es hat sie sowieso niemand gekannt!!!!!!!!!!!!!!!!



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"Das Tier erkennt die tiefsten Tiefen unseres Wesens, und hält zu uns,
selbst wenn die ganze Welt uns auch verlässt. Die Treue eines Tieres kann uns rühren, weil Treue unter Menschen doch so selten ist !"
(Karl Gutzkow)